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Aktuelles


Hier finden Sie das Jahr hindurch Aktuelles und Wissenswertes rund um die Archäologie und persönliche Tipps von Claudia Neukom.

Neues aus der Wissenschaft  |  Ausstellungen  |  Bücher-Tipps  |  Römische Küche


 
Neues aus der Wissenschaft

   

Save the date 

 
Archäologische Bodenforschung Basel

Spannende Veranstaltungen bietet die Archäologische Bodenforschung Basel auch dieses Jahr an, mehr dazu auf
https://www.archaeologie.bs.ch/vermitteln/veranstaltungen.html
 
30. April 2024
Jahresversammlung der Munzachgesellschaft Liestal 2024
Amtshaus, Amtshausgasse 7 (3. Stock), 4410 Liestal, Beginn 18:15 Uhr
ca. 19:00 Vortrag von Sonja Streit, Munzach reloaded. Vorbereitung einer umfassenden Sanierung und Inwertsetzung der Villa Munzach
Frau S. Streit ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Archäologie Baselland. Sie berichtet über das Vorprojekt zur Villa Munzach, das der Regierungsrat im Hinblick auf die Sanierung und Inwertsetzung des römischen Gutshofs in Auftrag gegeben hat.
Gäste sind herzlich willkommen.
 
19. Mai 2024: Internationaler Museumstag
 
14. Juni 2024: Eröffnung der Ausstellung im Römermuseum Augst «Das perfekte Dinner. Römer, Macht und Müll»
1. Teil: der Apéro, 2. Teil: das Bankett (ab 2025)
mit Rahmenprogramm
 
24./25. August:Römerfest in Augusta Raurica - das grösster dieser Art in der Schweiz

7. September 2024: Europäischer Tag des Denkmals
https://www.bak.admin.ch/bak/de/home/baukultur/dialog/bildung-vermittlung-teilhabe/europaeische-tage-des-denkmals.html

https://www.denkmalpflege.bs.ch/baukultur-entdecken/europaeischer-tag-des-denkmals.html mit weiterführenden Links zu den Angeboten in der Schweiz

15. September 2024: Neueröffnung der Vasensammlung im Antikenmuseum Basel

Mit dem App-Audiguide der Archäologische Bodenforschung Basel lassen sich verschiedene archäologische Informationsstellen/Fundplätze entdecken
https://www.archaeologie.bs.ch/vermitteln/info-stellen.html

Übersicht zu den Angeboten auf https://www.archaeologie.bs.ch/vermitteln.html

 
buecher zu heinrich schliemann

Vorläufer der Pizza in Pompeji entdeckt  

Bei neuen Ausgrabungen in Pompeji haben die Archäologen in einem antiken Haus (Insula 10, Regio IX) eine vorzüglich erhaltene Wand freigelegt, die einen Vorgänger der modernen Pizza zeigen könnte.

Auf einem Silbertablett ist neben einem gefüllten Weinkelch ein flaches Brot zu erkennen, das mit Früchten und Kräutern, einer Art Pesto(?), belegt ist. Ausserdem liegen weitere Datteln, Granatäpfel, Trockenfrüchte und eine Girlande mit gelben Früchten auf dem Tablett.

Dieses Stillleben von vorzüglicher Qualität gehört zur Gruppe der Gastgeschenke, die nach griechischer Tradition den Gästen übergeben wurden. Solche Szenen sind aus Pompeji und anderen Vesuvstädten zahlreich belegt, bisher unbekannt war indes dieser Brotfladen, der uns unwillkürlich an die Pizza denken lässt.

http://pompeiisites.org/comunicati/pompei-emerge-una-natura-morta-dai-nuovi-scavi-della-regio-ix/
 

 
buecher zu heinrich schliemann
   

Sensationsfund aus der Römerzeit in Syrien 

Archäologen haben in Syrien in der Stadt Rastan ein sehr gut erhaltenes Mosaik aus der Römerzeit freigelegt. Das Meisterwerk ist 20 m lang und 6 m breit. Dargestellt sind unter anderem Szenen aus dem Trojanischen Krieg. Viele Beteiligte sind mit Namen versehen.
 
https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/other/syrien-archäologen-graben-mosaik-aus-römerzeit-aus/ar-AA12Tk8X?ocid=edge-whatsnew&cvid=b108453d57cb46b58b42c919e53a60fc 

   

Aussergewöhnliche Bronzestatuten aus Quellheiligtum in der Toscana


 

Archäologen haben im 160 km nördlich von Rom gelegenen Thermalbad San Casciano dei Bagni in der Provinz Siena über 20 grosse Bronzestatuen und kleinere Statuetten gefunden. Es handelt sich offenbar um die wichtigste Entdeckung seit dem Fund der Bronzestatuen von Riace in den 1970er Jahren.

Es sind Weihegaben, die zunächst im Heiligtum aufgestellt waren, bevor sie in einer Art Ritual in das Thermalwasser getaucht wurden. Das heisse Wasser (Durchschnittstemperatur 40°C) und der Schlamm haben dazu beigetragen, dass sie vollständig erhalten geblieben sind. Die Statuen zeigen u.a. Heilgottheiten wie Apollo und Hygieia, ausserdem Putten und Wickelkinder. Auf den Statuen finden sich Inschriften in etruskischer und lateinischer Sprache, darunter Namen von mächtigen etruskischen Familien.

Die Inschriften deuten darauf hin, dass die Statuen womöglich aus der Zeit zwischen dem 2. Jh. v.Chr. und dem 1. Jh. n.Chr. stammen. Damals hatten die Etrusker in Norditalien noch einen starken Einfluss.

Unter Säulen, die in ein Wasserbecken gestürzt waren, wurde ein Depot mit Votivgaben wie bronzenen Nachbildungen von Organen und Körperteilen freigelegt. Die Besucher erhofften sich auf diese Weise das heilende Eingreifen der Gottheit oder dankten ihr für ihre erhaltene Unterstützung.

Die Bronzen waren mit fast 6000 Bronze-, Silber- und Goldmünzen bedeckt, Opfergaben der Besucher des Quellheiligtums.

Die Thermalquelle diente zwischen dem 3. Jh. v.Chr. und dem 5. Jh. n.Chr. zunächst den Etruskern und dann den Römern als Heiligtum.

https://www.youtube.com/watch?v=j33tZl_a2iQ


 
Ausstellungen

 
 

Die Iberer

Die Zivilisation der Iberer umfasste eine Gruppe von Völkern und erstreckte sich zwischen dem 6. und 1. Jahrhundert v. Chr. im östlichen Teil der iberischen Halbinsel.

Die Sonderschau zur Kultur und Kunst der Iberer wurde zusammen mit dem Museu d’Arqueologia de Catalunya konzipiert. Gegen 260 Exponate, darunter einzigartige Skulpturen, illustrieren die Vielfalt dieser eisenzeitlichen Kultur.

Digitorial: 
https://iberer.antikenmuseumbasel.ch

Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, Basel

19. November 2023 – 26. Mai 2024


Und dann kam Bronze!

Mit der Erfindung der Bronze vor 5000 Jahren gelang eine technologische Erfindung, welche das Leben der Menschen nachhaltig veränderte. Fortan konnten Metallgegenstände wie Waffen, Gerätschaften, Schmuck und Barren als Zahlungsmittel aus diesem Metall hergestellt werden.

Die Suche nach den Rohstoffen wie Kupfer und dem seltenen Zinn führte zu einem intensiven Handel der Kulturen von Vorderasien, Ägypten und Europa. Mit dem Handel dieser Rohstoffe, die gegen andere Waren eingetauscht wurden, wurden kulturelle Ideen ausgetaucht und auch gesellschaftliche Veränderungen gingen mit dieser Entdeckung einher.

Zu sehen ist in der Ausstellung u.a. die berühmte 2017 im Berner Jura entdeckte sog. «Bronzehand von Prêles». Sie ist die älteste in Europa bekannte Nachbildung eines menschlichen Körperteils in Bronze und eines der herausragenden Zeugnisse aus der europäischen Bronzezeit.

Rund um das Jahresthema «Bronze» bietet das Bernische Historische Museum ein breites Rahmenprogramm mit Veranstaltungen und Vermittlungsangeboten an.
 
22./23. Juni 2024, 10-17 Uhr: Bronzefestival mit vielen Angeboten für Familien

Weitere Informationen: https://www.bhm.ch/de/ausstellungen/aktuelle-ausstellungen/bronze

Bernisches Historisches Museum, Bern
01.02.2024-21.04.2025


Schatzkammer des Wissens 

Die Koje «Schatzkammer des Wissens» innerhalb der Sammlung «Bewahre! Was Menschen sammeln» 
gibt seit Anfang Juni 2023 einen Einblick in den einzigartigen Bestand des Archivs der Archäologie Baselland.

Tauchen Sie ein in die historischen Grabungsdokumentationen von archäologischen Stätten des Baselbiets, Fotos, Pläne und so manch Kurioses. Sie werden dabei entdecken, dass sich die Arbeit und die Dokumentation der Archäologie Baselland im Laufe der Zeit stark verändert haben.

Museum Baselland, Zeughausplatz 28, 4410 Liestal
www.museum.bl.ch
Bewahre! Was Menschen sammeln (bl.ch)


Untergang und Aufbruch - Frühmittelalter am südlichen Oberrhein

Über die Römerzeit und das Mittelalter wissen wir inzwischen einiges. Doch was passierte in der Zeit dazwischen in unserer Region? War es tatsächlich eine Zeit des Untergangs? Der Ausstellungsraum im Colombischlössle präsentiert hierzu neue Erkenntnisse.

Lange Zeit ging die Forschung davon aus, dass die Gesellschaft am südlichen Oberrhein nach dem Ende des Weströmischen Reiches zusammengebrochen sei. Archäologische Funde wie kostbarer Schmuck und Schwerter sowie diverse Importgüter aus fernen Ländern erzählen eine andere Geschichte. Innerhalb von fünf Jahrhunderten veränderte sich das Leben der Menschen in vielen Bereichen. So wurden auf den Anhöhen Plätze befestigt und ausgebaut und in der Ebene entwickelten sich Höfe und Dörfer.

Archäologisches Museum Colombischlössle, Freiburg i.Br.
seit 06. Oktober 2022

https://www.freiburg.de/pb/1828768.html


R.I.P. - Kulturen des Abschiedes und Erinnerns

Von der Urgeschichte bis in die heutige Zeit werden die Themen Abschied, Bestattung, Jenseitsvorstellungen und das Erinnern beleuchtet.

Eisenstadt, Landesmuseum Burgenland
8. März bis 17. November 2024

http://landesmuseum-burgenland.at


Bücher-Tipps

 

Der Büechlihau bei Füllinsdorf - ein heiliger Ort der Kelten und Römer

Der sog. Keltenschatz von Füllinsdorf mit seinen 355 Silbermünzen und weiteren Artefakten erregte 2011 grosses Aufsehen – zurecht, denn er ist der bis jetzt grösste weitgehend vollständig erhaltene Edelmetall-Münzhort aus der späten Eisenzeit im Gebiet der heutigen Schweiz. Nun liegt die wissenschaftliche Auswertung vor.

Bei den Silbermünzen könnte es sich um den Sold handeln, der Soldaten ausbezahlt werden sollte. Damals herrschten unruhige Zeiten. Die Germanen drangen, wie auch Caesar berichtet, in unsere Gegend ein. Der Schatz dürfte zwischen 90 und 70 v. Chr. deponiert worden sein.

Der Büechlihau wurde offensichtlich bereits vor und nach der späten Eisenzeit von Menschen als Kultort für Rituale und die Niederlegung von Opfergaben aufgesucht, darüber hinaus in der nachfolgenden römischen Zeit, wie mehrere Münzhorte belegen, und im Spätmittelalter. Er könnte möglicherweise auch als Fixpunkt für die Landvermessung genutzt worden sein.

R. C. Ackermann, A. Fischer, R. Marti, M. Nick, M. Peter, Der Büechlihau bei Füllinsdorf – ein heiliger Ort der Kelten und Römer. Schriften der Archäologie Baselland 56 (2024)

 buecher zu heinrich schliemann

Robert Maier, Rezepte aus dem alten Rom  

Eine kulinarische Zeitreise durch den antiken Mittelmeerraum – aufbereitet für die Moderne.

Wir schätzen uns glücklich, dass das berühmte Kochbuch des Apicius (1. H. 1. Jh. n. Chr.) – eine Sammlung aus dem 3. oder 4. Jh. n.Chr. mit Rezepten rund ums Mittelmeer – erhalten ist. Allerdings fehlen in diesem Mengenangaben. So manche Zutat gibt es heute nicht mehr oder sie muss zunächst erklärt werden.

So schätzen Interessierte die vorliegenden Rezepte mit konkreten Angaben. Robert Maier erleichtert dem Leser die Auswahl, indem er nach Schwierigkeitsgraden, zeitlichem Aufwand, Fleisch-, Fisch- und vegetarischen/veganen Gerichten, Beilagen und Gebäck unterscheidet. Ausserdem stellt er eine kleine Auswahl an Menüvorschlägen zusammen. Viele interessante Hintergrundinformationen bereichern den kleinen Reclam-Band (ohne Bilder). Bene vos.


 buecher zu heinrich schliemann

Alles über Archäologie - Von Saurierknochen, Mumien und verlorenen Schätzen

Wie Detektiv:innen erforschen Archäolog:innen die Vergangenheit und versuchen anhand der Funde das Leben von damals zu entschlüsseln, aber auch neue Erkenntnisse zu bereits Bekanntem wie etwa dem Ötzi und den Pyramiden zu gewinnen.

In diesem Buch erfahren Kinder und Jugendliche, wie Archäolog:innen arbeiten, was zu ihrer Ausrüstung gehört und welche wissenschaftlichen Techniken sie bei ihren Ausgrabungen und Forschungen einsetzen.

Spektakuläre archäologische Entdeckungen werden ebenso aufgelistet wie Geheimnisse der Geschichte, die noch nicht entschlüsselt wurden und Museen, in denen die bedeutendsten archäologischen Funde bestaunt werden können.

Marta Guzowska arbeitete viele Jahre am Archäologischen Institut der Universität Warschau. Inzwischen lebt sie mit ihrer Familie in Wien. Sie liebt das Reisen, Museumsbesuche und die Ausgrabungen, ohne die sie nicht leben könnte. Neben ihrer Tätigkeit als Archäologin schreibt sie Sachbücher und Krimis. In diesem Sachbuch blickt sie auf witzige und zugleich sachkundige Weise auf die Welt der Archäologie und gibt Kindern und Jugendlichen einen umfassenden Einblick in diese spannende Wissenschaft.


 
buecher zu heinrich schliemann

Die Maschinen und wir  

Maschinen faszinieren, können aber auch Angst auslösen. Berühmt sind die in der Renaissance von Leonardo da Vinci entwickelten gewaltigen Maschinen, aber auch in der Antike wurden solche bereits entwickelt. Als Beispiel sei etwa an die im Meer bei Antikythera geborgene astronomische Uhr erinnert oder an die aufwändigen Bühenmaschinerien, mit deren Hilfe in der Tragödie Götter in das Geschehen eingriffen (deus ex machina).

Über das ambivalente Verhältnis Mensch-Maschine führte Alice Henkes im Kultur-Talk ein anregendes Gespräch mit dem Philosophen, Psychiater und Psychoanalytiker Daniel Strassberg.

https://www.srf.ch/audio/kontext/kultur-talk-die-maschinen-und-wir?id=12228781

Siehe auch Daniel Strassberg, Spektakuläre Maschinen. Eine Affektgeschichte der Technik (2022).


  
buecher zu heinrich schliemann

 
Sprachschätze: Mode & Beauty
Die verborgene Herkunft unserer Wörter 

Dieses Buch dürfte nicht nur Mode-, Kosmetik und Shoppingliebhaberinnen interessieren. Es bringt den Lesern auf kurzweilige Art den Ursprung beliebter Wörter nahe. Der Ursprung vieler Begriffe reicht in die griechische bzw. römische Zeit zurück.

Eine wunderbare, kurzweilige Lektüre.


  
 
buecher zu heinrich schliemann

 
Ein Krimi rund um den berühmten Silberschatz von Augusta Raurica

Raab, Gauner aus Überzeugung, hilft manchmal bei Schülergrabungen in Augusta Raurica mit. Als bei einer solchen Grabung ein Skelett gefunden wird, berichten die Medien darüber und veröffentlichen Raabs Gesicht.

Dies bringt eine Verbrecherbande auf seine Spur, die ihn auf ihrer Abschussliste hat…

Wie der Titel und das Foto auf dem Cover schon ahnen lassen, spielt der berühmte Silberschatz dabei eine wichtige Rolle, aber auch die Villa Munzach.
 
Rolf von Siebenthal, Römerschatz (2022)


  
buecher zu heinrich schliemann
 

 
Publikationen zum 200. Geburtstag von Heinrich Schliemann

Berühmt geworden ist er durch die Entdeckung des antiken Troja und den Schatz des Priamos.
Aufgewachsen in einer zerrütteten Familie, brach Heinrich Schliemann (1822-1890) aus Geldnot das Abitur ab, war mit 30 Jahren dann Millionär und wurde zum Pionier der Archäologie.
Wer war wirklich? Was trieb ihn an und wie wird sein Vorgehen in der Archäologie heute bewertet?
Passend zu seinem 200. Geburtstag beleuchten mehrere Publikationen sein Leben. 

Leoni Hellmayr, Der Mann, der Troja erfand. Das abenteuerliche Leben des Heinrich Schliemann (Darmstadt 2021)
Die Archäologin legt eine Biografie vor, die von der Geburt bis zum Tod reicht und kurz seinen Nachruhm beleuchtet.

Leoni Hellmayr (Hrsg.), Heinrich Schliemann und die Archäologie (Darmstadt 2021)
Um Heinrich Schliemann ranken sich viele Legenden. Internationale Historiker:innen und Archäolog:innen untersuchen in dieser Publikation seine glanzvolle Aufstiegsgeschichte vom armen Pastorsohn zum weltberühmten Archäologen.

Umberto Pappalardo (Hrsg.), «Heinrich Schliemanns Reisen». Tagebücher und Briefe aus Ägypten und dem Vorderen Orient (Darmstadt 2021)
Die vom Archäologen Pappalardo herausgegebenen Briefe und Tagebücher, ein Teil des noch nicht publizierten biografischen Materials, zeigen Schliemann voll Forscherfreude, manchmal aber auch melancholisch getrieben.

Frank Vorpahl, «Schliemann und das Gold von Troja». Mythos und Wirklichkeit (Berlin 2021)
Der Fernsehjournalist beschäftigt sich v.a. mit dem Zeitraum, in dem der zu Reichtum gelangte Kaufmann nach einem neuen Lebenssinn suchte und ihn in der Archäologie fand.


 
  

 
Jonas Fischer, Habt ihr wieder nur altes kaputtes Zeug gefunden?
Ein gezeichnetes Grabungstagebuch

Zahnbürste und Kelle, Verzögerung von Bauvorhaben - das sind gängige Klischees darüber, wie Archäologen ausgraben.
Selten gelangen ihnen sensationelle Funde/Entdeckungen wie etwa Indiana Jones. Wie es auf Grabungen wirklich zu und her geht, hat Jonas Fischer hautnah miterlebt. Der Zeichner begleitete ein Archäologenteam auf einer Ausgrabung in Moldawien. Mit schnellem Strich hielt er den Grabungsalltag fest - und am Ende war ihm alles gar nicht mehr so fremd.

Ein beeindruckendes Sachbuch, das die Neugier und das Interesse an der Arbeit von Archäologen weckt.


 

 
Agatha Christie, Mord in Mesopotamien

Die Ausgrabungen des erfolgreichen Archäologen Dr. Eric Leidner im Irak werden von den Wahnvorstellungen seiner Frau Louise überschattet. Als sich die Krankenschwester Amy Leatheran bereit erklärt, Louise zu betreuen, ahnt sie nicht, worauf sie sich einlässt. Als ein Mord geschieht, stellt sich die Frage, was hinter Louises angeblichen Wahnvorstellungen steckt ...

Auf einer ihrer Reisen in den Nahen Osten besuchte Agatha Christie die Ausgrabung in Ur (Mesopotamien). Die sensationellen Funde, die der Archäologe Leonard Woolley und sein Team machten, erregten in Grossbritannien grosses Aufsehen. Für ihren Kriminalroman Mord in Mesopotamien (Murder in Mesopotamia) liess sich Agatha Christie vom Ehepaar Woolley, der Grabungsequipe und dem Grabungsalltag inspirieren. Bei ihrer Rückkehr nach Ur im Jahr 1930 lernte sie den Grabungsassistenten Max Mallowan kennen. Beide verliebten sich, heirateten und fortan begleitete Agatha Christie ihren Gatten zu Ausgrabungen und half mit.


 

 
Debora Schmid, Luxus auf dem Land. Die römischen Mosaiken von Munzach

Die Entdeckung des römischen Gutshofs war 1950 eine Sensation. Die Bevölkerung nahm regen Anteil an den Ausgrabungen. Unter Leitung von Theodor Strübin halfen viele Schülerinnen und Erwachsene mit. Nach fünf Jahren waren grosse Teile des Herrenhauses mit beheizten Räumen und luxuriösen Mosaiken ausgegraben, doch dann geriet der Gutshof zusehends in Vergessenheit.

In Zusammenhang mit einer geplanten Neupräsentation des römischen Gutshofs liegt nun die Forschungsarbeit von Frau Dr. Debora Schmid vor. In der reich bebilderten und verständlich geschriebenen Publikation stellt sie die sechs im sog. Herrenhaus gefundenen Mosaiken vor, widmet sich deren Rekonstruktion und stellt sie in einen kunst- und kulturhistorischen Kontext. Die Mosaiken stammen bis auf eines aus dem frühen 3. Jh. n.Chr. Die engen stilistischen Bezüge zu Mosaiken in Augusta Raurica dürften nach Ansicht der Autorin darauf hinweisen, dass der Gutsbesitzer von Munzach Eigentümer des luxuriösen Stadthauses, des sog. Palazzo war.


 
Wissenswertes zur römischen Küche

 

Granatapfel - die Liebesfrucht der Götter

 

Der Granatapfel (Malum punicum/granatum), ein Weiderichgewächs, ist eine der ältesten Kulturpflanzen und wächst in Bäumen oder Büschen heran. Die Kammern der ledrigen, nahezu kugeligen, kräftig roten Frucht bergen gegen 400 rotfleischige Samen mit vielen gesunden Nährstoffen (z.B. Magnesium, Kalium, Kalzium, Spurenelemente sowie Vitamin B und C). Das Granatapfelöl besteht zu ca. 60 Prozent aus Punicinsäure, einer Omega5Fettsäure mit sehr hohen antioxidativen Eigenschaften.

Seit Jahrtausenden werden dem Granatapfel aussergewöhnliche Eigenschaften zugeschrieben. Seine Urheimat ist wahrscheinlich das fruchtbare Zweistromland von Euphrat und Tigris. Mit den Feldzügen von Thutmosis III. gelangte der Granatapfel nach Ägypten und wurde u.a. im Grab von Tutanchamun gefunden. Phönizische Händler brachten ihn an die nordafrikanische Küste und von dort eroberte er Kleinasien und Griechenland. Die Römer nannten ihn «mala punica», benannt nach den Einwohnern Karthagos. Von dort ging seine Reise entlang der Seidenstrasse und schlussendlich durch spanische Siedler nach Amerika.

Der Granatapfel spielt in vielen Religionen ein wichtige Rolle als Liebesfrucht der Götter (Paris überreichte Aphrodite den Granatapfel und löste damit den trojanischen Krieg aus). Adam und Eva – wohl eher Granatapfel als ein gewöhnlicher Apfel. Im Mittelalter setzte die Frucht als Symbol von Macht und Tugend auf Wappen und Gemälden Akzente. Wegen ihrer vielen Samen waren Granatäpfel ein Symbol der Fruchtbarkeit, aber auch für Macht (Reichsapfel).


Koriander - eine der ältesten Gewürzpflanzen

 

Die einen lieben ihn, die anderen können schon seinen seifigen, moschusartigen Duft und Geschmack nicht ausstehen. Darauf deutet schon der Name, der vom Griechischen koríandron/koríannon (Wanzendill») abgeleitet ist.

Koriander (Coriandrum sativumist eine der ältesten Gewürzpflanzen. Von Ägypten gelangte sie über Kontakte mit dem Perserreich im 4. Jh. v.Chr. nach Indien. Koriander ist aus der antiken römischen Küche ebenso wenig wegzudenken wie aus der lateinamerikanischen, arabischen und asiatischen Küche. Mit den Blättern und Samen werden Saucen, Fleisch, Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte sowie Gemüse und Hülsenfrüchte gewürzt.
 

Auch wenn man alte römische Rezepte ausprobiert, darf der Koriander nicht fehlen (z.B. beim Moretum). 

Seit der Zeit des antiken Ägypten wird Koriander auch in der Pflanzenheilkunde verwendet. Aus den Früchten wird ätherisches Öl hergestellt. Als Gewürzpflanze regt er die Verdauung an, unterstützt den Stoffwechsel und wirkt appetitanregend. Bei Magen- und Darmleiden wird ihr krampflösende und lindernde Wirkung zugeschrieben.


Lavendel - vielseitiges Wundheilmittel mit betörendem Duft

 

Die Küstenregionen des Mittelmeers sind die ursprüngliche Heimat des Lavendels (Lavandula officinalis). Schon in der Antike wurde er für kosmetische und medizinische Zwecke verwendet. Sein Name soll vom lateinischen Wort «lavare», also «waschen» abgeleitet sein. Bereits Plinius berichtete von Lavendelöl als einem duftenden Zusatz im Badewasser. Über die Alpen gelangte die Lavendelpflanze schließlich durch Mönche zu uns; sie kultivierten das Heilkraut im Klostergarten.

Mit seinem betörenden Duft entführt es uns in den Süden und soll uns süsse Träume bringen. Lavendelöl hilft zu entspannen, fördert Ausgeglichenheit und stärkt die Nerven. Ausserdem werden ihm antiseptische und wundheilungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben.


Oliven - Die Früchte vom Baum der Göttin Athena

 

Der Olivenbaum (Olea europaea) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse und wird seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. als Nutzpflanze kultiviert.

Die wilde Olive kommt im Mittelmeergebiet, dem Nahen Osten und in Südafrika vor.  Lange glaubte man, dass die Olive von Menschen in den Mittelmeerraum gebracht worden sei. Fossile Funde von Blattabdrücken der Olea europaea auf der griechischen Insel Santorin widerlegen diese These: Die Blätter wurden von den Ascheablagerungen des Vulkans Thera bei einem Ausbruch vor 54’000 Jahren eingeschlossen.

Der Olivenbaum wächst in allen Gebieten um das Mittelmeer und zum Teil auch um das Schwarze Meer, d. h. in Gebieten, die keine extremen Klimabedingungen aufweisen. Die Geschichte des kultivierten Ölbaums reicht mindestens bis in die Bronzezeit zurück. Erste archäologische Funde von Olivenkernen sind über 9000 Jahre alt. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Kultivierung der Olive um 4000 v. Chr. auf Kreta und in Syrien geschah. Im antiken Griechenland war der Ölbaum heiliger Baum der Göttin Athene. Der Sieger der Olympischen Spiele erhielt einen Kranz aus den Ästen des wilden Ölbaums.

Es gibt über 1000 Olivensorten. Bereits in der Antike war die Ölgewinnung ein lohnender Exportartikel, der in Amphoren verschifft wurde. Olivenöl wurde beim Braten, Backen und für die Zubereitung von Gemüse verwendet. Die Oliven ass man so oder als Bestandteil vieler Gerichte. Sie wurden als Vorrat in Salzlake oder Meerwasser eingelegt, aber auch in Salz oder Essig mit Kräutern und Gemüse.


Salbei - ein wahres Multitalent

 
 

Salbei gehört  zu den ältesten bekannten Gewürz- und Heilpflanzen überhaupt. In der Antike glaubte man, dass Salbei (Salvia officinalis), die winterharte Staude unsterblich mache (salvare = heilen). Daher gehörte es in den römischen Garten.

Er hilft in der Tat bei vielen Beschwerden wie z.B. Zahlfleischerkrankung, Magen-Darm-Grippe, Durchfall und Mundgeruch. Er ist verdauungsfördernd und gibt Pasta, Salaten sowie Fleischgerichten einen gewissen Gout und ist als Gewürz aus der mediterranen Küche nicht wegzudenken.

Die Blätter des Salbeistrauches fühlen sich pelzig-samtig an. Sie sondern über winzige Drüsen auf der Blattoberseite einen starken Duft ab. Es waren die Ägypter, die die Heilfunktion des ätherischen Aromas entdeckten.

Auch bei den Griechen stand die Pflanze hoch im Kurs. In den Schriftquellen taucht sie erstmals im 1. Jh. n.Chr. Bei Plinius, Dioskurides und Galen auf. Sie empfahlen Salbei bei Husten, Heiserkeit und gegen Geschwüre und brachten sie auf die nördliche Seite der Alpen. Karl d. Gr. ordnete um 700 n.Chr. an, dass Salbei im kaiserlichen Garten angepflanzt werden müsse.


Weinraute - ein in Vergessenheit geratenes Gewürz

Die Weinraute (Ruta graveolens) war in der Antike eine wegen ihres herb-bitteren und ein wenig süsslichen Geschmacks beliebte Gewürzpflanze (frisch und getrocknet).
Sie wurde u.a. zum Würzen der Fischsauce (GarumLiquamen) verwendet und als Saucenbestandteil.
 
Heute ist sie in Vergessenheit geraten, dient allenfalls noch dazu Katzen zu vertreiben.
  
Die Berührung der Blätter kann einen Hautausschlag hervorrufen, eine Überdosierung gesundheitsschädliche Wirkung haben.
 

  

Nahrhafte Marroni

 

Die Römer brachten die Edelkastanie (castanea sativa), ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammend, auf ihren Eroberungszügen in den Norden, z.B. ins Tessin und Bergell. Die Edelkastanie wird als Holzlieferant, aber auch wegen ihrer Früchte seit jeher geschätzt. Sie stellte für die römischen Soldaten eine wichtige Nahrungsgrundlage dar.
Im Kochbuch von Marcus Gavius Apicius De re coquinaria gibt es ein feines Rezept mit Linsen und Kastanien (lenticulam de castaneis). Es lässt sich einfach zubereiten und schmeckt nicht nur in der kalten Jahreszeit (V 2.2). 

 

Gold, Weihrauch und Myrrhe - ein Hauch Orient in der Weihnachtszeit

  
 

Gold (Aurum), das kostbarste Metall wird seit der Frühzeit bearbeitet, gilt als die Haut der Götter und ist beständig. Daher finden wir es auch im Totenkult (z.B. Totenmaske in Ägypten und sog. Totenmaske des Agamemnon).

Seine antibakterielle Wirkung wurde bereits in der Antike genutzt – später forschte Robert Koch dazu.

Weihrauch (Olibanum serrata), das Harz des Weihrauchbaumes aus Arabien, war einst so teuer wie Gold. Wie heute noch im kirchlichen Bereich war Weihrauch in der Antike Opfergabe bei vielen religiösen Zeremonien. Als Dank- oder Bittopfer wurde er den angerufenen Göttern auf ihre Altäre gelegt. Ihm wurde eine unheilwehrende Kraft zugeschrieben und war im Totenkult von Bedeutung.

 Vor allem der indische Weihrauch ist reich an entzündungshemmenden, schmerzstillenden Säuren.

Myrrhe, das Harz des Myrrhestrauches (Commiphora myrrha) verströmt nicht nur wie Weihrauch einen wohlriechenden Duft, sondern scheint eine ähnliche keimwidrige und entzündungshemmende Wirkung wie der Weihrauch zu haben.

 

Seelenwärmer Zimt

 
Zimt (cinnamomum) ist eines der ältesten Gewürze. Ihm wird eine antibakterielle, krampflösende sowie tonisierende und durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Es wird gerne auch zur Anregung des Stoffwechsels und für das Immunsystem verwendet. Die Ägypter verwendeten Zimt u.a. zur Einbalsamierung der Verstorbenen, als Gewürz und Räuchermittel. Arabische und phönizische Kaufleute boten die aromatische Rinde aus dem fernen Ceylon in den Ländern des Mittelmeeres an. Wegen des weiten und gefahrvollen Seeweges war dieses Handelsgut extrem teuer. Die Römer verwendeten Zimt in der Medizin, zur Produktion edler Parfüms und Haaröle sowie als Räucherwerk, später als Gewürz. 

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