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Aktuell - Buntes aus der Wissenschaft
 

Hier finden Sie das Jahr hindurch Aktuelles und Wissenswertes rund um die Archäologie und persönliche Tipps von Claudia Neukom.
 

News aus der Wissenschaft

   


 

250. Geburtstag von Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt (1769 – 1859) war u.a.Geograph, Naturforscher, Universalgelehrter und Weltenbürger. Seine umfangreichen Forschungsreisen, auf denen er wissenschaftliche Feldstudien betrieb, führten ihn nach Lateinamerika, in die USA sowie nach Zentralasien. Er gilt in seinen Fachgebieten als Begründer einer empirischen und Vordenker einer globalisierten Wissenschaft. Der «zweite Kolumbus» und Wiederentdecker Amerikas prägte unser Verständnis der Natur als lebendigem Ganzen (Kosmos).

Die Alexander von Humboldt-Stiftung lanciert zusammen mit zwölf Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen aus Berlin-Brandenburg eine Informationsplattform zu Aktivitäten anlässlich seines diesjährigen 250. Geburtstags.

Weitere Informationen unter: https://www.humboldt-foundation.de und https://avhumboldt250.de/events/


1000 Jahre Basler Münster

2019 feiert Stadt Basel das 1000-jährige Jubiläum seines Münsters mit zahlreichen Veranstaltungen.

Im Herbst 1019 wurde das Basler Münster in Gegenwart von Kaiser Heinrich II. geweiht. Seither hat es durch mehrfache Um- und Ausbauten sein Gesicht verändert. Es ist und bleibt aber das Symbol nicht nur für das geistliche, sondern auch für das geistige, das humanistische Basel.

Informationen zu den Bauten auf https://www.1000jahrebaslermuenster.ch/bericht/2917 und den Veranstaltungen: https://www.1000jahrebaslermuenster.ch/agenda


Feine Früchtchen - vielseitiger Genuss

Oliven sind ein altes, gesundes Lebensmittel. Sie gehören zu den ätesten Nutzpflanzen der Welt. Die Griechen begannen um 1800 v.Chr. mit der Anpflanzung von Olivenbäumen. Von dort aus eroberte der Olivenbaum von Italien, Spanien bis Südfrankreich den gesamten Mittelmeerraum.

Ausflugstipp: Tessiner Olivenweg
Zwischen Gandria und Castagnola führt seit 2002 ein gut 3 km langer Olivenweg durch Wälder und Olivenhaine hindurch. Infotafeln erläutern die Botanik, die Geschichte sowie Anbau und Verarbeitung der Oliven. 

Zitronen – Kamen sie mit dem jüdischen Volk ans Mittelmeer?

Zitronen stammen ursprünglich wahrscheinlich aus Nordindien. Von dort gelangten sie nach China - die sog. Hände Buddhas werden schon über 3000 Jahre kultiviert - und ans Mittelmeer.
Zitronen (citrium) wurden von den Römern als kostbares Nahrungsmittel und Medizin geschätzt, aber auch, wie etwa die Quitte, wegen ihres feinen Dufts.
Doch wie gelangten die Zitronen ans Mittelmeer? Genanalysen zeigen jetzt, dass die Juden sie mitgebracht haben könnten. Forscher vermuten, dass Jemen-Zitronen und andere mutierte süssere Varianten schon vor rund 2500 Jahren beim «Laubhüttenfest», das an den Auszug aus Ägypten erinnerte, als „Etrog“ verwendet worden sein dürften.
 
Weitere Informationen unter https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/geschichte-der-zitrone-entraetselt/?fbclid=IwAR1t61QCR1KERVQSGNlqUvzhHhOzA3_0VfvqXo6gtL69kQkvmWovFWv2Lf0


Zeitreise durch 3000 Jahre Basel
- spannend, modern und individuell

Mit dem neuen kostenlosen App-Audioguide der Archäologischen Bodenforschung kann man Fundplätze aus der keltischen, römischen und mittelalterlichen Zeit Basel im eigenen Tempo an archäologischen Informationsstellen entdecken.
Der Rundgang dauert zwischen 60 und 90 Minuten.
 
Die App ARCHAEO TOUR gibt es bei Googleplay und im App store. 

 

Wissenswertes zur römischen Küche
 

    

Quitten – das Parfüm der Antike

Die Quitte (Cydonia oblonga) ist eine sehr alte Frucht und kommt ursprünglich wohl aus Südwestasien. In Babylonien sollen Quittenbäume bereits vor 4000 v.Chr. kultiviert worden sein. In Armenien und im Iran wächst die Quitte wild. 
Die Griechen verwendeten sie als Nahrungsmittel, aber auch als Medizin z.B. bei Fieber, Durchfall, Magenbeschwerden und Frauenleiden. Die Darreichungsformen reichten von Quittenwein über Quittenhonig (in Honig eingelegte Quitten) bis hin zu Quittenblüten, die in Salben verwendet wurden.
Die Römer übernahmen die Quitte in ihren Speiseplan und schätzten sie wegen ihres feinen aromatischen und frischen Dufts auch als Parfüm. Zudem können Quitten wunderschön aussehen und sind vielseitig verwendbar. Aufgrund ihres pelzartigen Flaums nannten die Römer die Quitte «wolligen Apfel» (malum cotoneum). Seinen botanischen Namen verdankt das Kernobst der antiken Stadt Kydonia, dem heutigen Chania auf der Insel Kreta.
In späterer Zeit regte Karl der Große seine Landsleute in der Landgüterverordnung u.a. an Quitten anzubauen, nicht zuletzt wegen ihrer heilenden Wirkung. Hildegard von Bingen empfahl die Quitte bei gichtigen Leiden. In fürstlichen Parks tauchten Quittenbäumchen dann als Zierde in den Parks auf. 


Ausflüge

  

Römischer Wein

In der Antike wurden dem Wein verschiedenste Gewürze und weitere Stoffe beigemischt. In der Regel genossen die Männer ihn beim Gelage nach dem Essen. Die Qualitätsunterschiede waren hoch. Guter Wein war damals schon begehrt und teuer. 

Auf Führungen durch Römerrebberge, die nach antiken Vorbildern angelegt worden sind, weihen die Winzer die Besucher in die Geheimnisse der römischen Weinkultur und -herstellung ein. Auch eine Degustation authentischer Weine darf zum Schluss nicht fehlen. Diese Rebberge um Brugg sind einzigartig in der Schweiz.

Mehr: http://www.bruggregio.ch/leben-geniessen-besuchen/vindonissapark/roemische-rebberge.html


Ausstellungen

  

Last supper in Pompeii - Das letzte Mahl in Pompeji
 
Ashmolean Museum, Oxford, 25.07.2019 - 12.01.2020

Mit dem Vesuvausbruch, der Pompeji im Jahr 79 n.Chr. erfasste, wurde das Leben in der römischen Stadt innert kurzer Zeit ausgelöscht, die Stadt unter einer dicken Ascheschicht begraben.
 
Das Ashmoleam Museum lässt uns in seiner Ausstellung in den Alltag der Bewohner von Pompeji von einst eintauchen: Was fabrizierten sie gerade, was kauften und verkauften sie, was hatten sie gerade aufgetischt?

Zu entdecken sind über 400 seltene Objekte, darunter Meisterwerke römischer Malerei und Mosaiken, Einrichtungsgegenstände, kostbares Geschirr, aber auch karbonisierte Speisen, die beim Ausbruch des Vulkans auf dem Tisch lagen und Küchenabfälle, die einiges verraten.
 
https://www.ashmolean.org/exhibitions 

 

GLADIATOR - Die wahre Geschichte

Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig (22.09.19 – 22.03.20)
in Vorbereitung

Denkt man an die Römer, fallen einem sogleich prächtige Bauten und römische Spiele ein, z.B. die Gladiatorenkämpfe. Sie bildeten einen Teil der römischen Identifikation.
 
Die Sonderausstellung GLADIATOR - Die wahre Geschichte bringt dem Besucher das Leben der Kämpfer nach aktuellem Wissensstand nahe und inszeniert deren Leben. Herausragende Leihgaben aus dem Museo Archaeologico, Neapel und Augusta Raurica (z.B. das berühmte Gladiatorenmosaik) illustrieren das Leben des Gladiators.

Ab Juni 2019 finden in Augusta Raurica Veranstaltungen rund um das Thema "Gladiator" statt: www.augusta-raurica.ch

Weitere Informationen unter: www.antikenmuseumbasel.ch/de/ausstellungen


«Archäologie Schweiz»
 
Dauerausstellung im Neubau des Landesmuseums Zürich

Die modern gestaltete Ausstellung lässt uns in ferne Zeiten zwischen 100'000 v.Chr. und 800 n.Chr. (Ausbreitung des Christentums) eintauchen. Sie bringt uns die Pfahlbauer, Kelten, Römer und Alamannen mit ihren vielfältigen Hinterlassenschaften (z.B. Goldschmiedearbeiten, Jagdwerkzeuge aus Stein und Tierknochen sowie Alltagsobjekte) und Vorstellungen nahe. Ausserdem wirft sie einen Blick auf die gegenseitige Beeinflussung von Mensch und Umwelt.

Die zahlreichen Objekte stammen vorwiegend aus dem Schweizerischen Nationalmuseum; ergänzt werden sie durch Leihgaben aus den Kantonen.

 
Schweizerisches Nationalmuseum, Landesmuseum Zürich
Museumstrasse 2, 8001 Zürich
www.nationalmuseum.ch



 

Bewahre! Was Menschen sammeln

Museum.BL, Liestal 
In dieser sich immer wieder verändernden Dauerausstellung zeigen Sammler ihre Schätze, Museumskuratoren erklären Funde aus öffentliche Sammlungen. Darunter finden sich auch ausgewählte Funde aus dem römischen Gutshof von Munzach, z.B. das berühmte Mosaik mit dem Viergespann.

Weitere Informationen: www.museum.bl.ch


Bücher-Tipps
 

Luxus auf dem Land. Die römischen Mosaiken von Munzach

Endlich ist sie da: die lang ersehnte Publikation zu den Mosaiken aus der römischen Villa von Munzach in Liestal.

Die Entdeckung des römischen Gutshofs war 1950 eine Sensation. Die Bevölkerung nahm regen Anteil an den Ausgrabungen. Unter Leitung von Theodor Strübin halfen viele Schülerinnen und Erwachsene mit. Nach fünf Jahren waren grosse Teile des Herrenhauses mit beheizten Räumen und luxuriösen Mosaiken ausgegraben, doch dann geriet der Gutshof zusehends in Vergessenheit.

In Zusammenhang mit einer geplanten Neupräsentation des römischen Gutshofs liegt nun die Forschungsarbeit von Frau Dr. Debora Schmid vor. In der reich bebilderten und gut verständlich geschriebenen Publikation stellt sie die sechs im sog. Herrenhaus gefundenen Mosaiken vor, widmet sich deren Rekonstruktion und stellt sie in einen kunst- und kulturhistorischen Kontext. Sie stammen bis auf eines aus dem frühen 3. Jh. n.Chr. Die engen stilistischen Bezüge zu Mosaiken in Augusta Raurica dürften nach Ansicht der Autorin darauf hinweisen, dass der Gutsbesitzer von Munzach Eigentümer des luxuriösen Stadthauses war, des sog. Palazzo.
 
Weitere Infos zum Buch: http://www.schwabe.ch/schwabe-verlag/buecher/buchdetails/luxus-auf-dem-land-27129/


Susanne Cho Stirb niemals (Roman)

Stirb niemals

Dieser Roman ist besonders in seiner Art, verbindet er doch Geschichten mit Geschichte, Vergangenheit mit Gegenwart und Zukunft. Das Besondere auch ist, dass er in Augusta Raurica angesiedelt ist und die neueren Publkumsgrabungen beim Osttor miteinbezieht. Alsbald erwachen die lokalen Götter und mischen sich ins Geschehen ein ...
 

Roman von Susanne Cho, Skepsis Verlag 2014 (erhältich in der Buchhandlung und auch an der Museumskasse in Augst)

weitere Romane von Susanne Cho
 
Im Bauche des Imperiums (2009), Arena der Ärzte (2011), Schatten hört die Signale (2016) auch hier begegnet uns Augusta Raurica wieder und zwar die Unterwelt 


Pompeji - Die grösste Tragödie der Antike 

Pompeji ist dank des Vesuvausbruchs 79 n.Chr. eine der am besten erhaltenen Ruinenstädte der Antike. Selbst heute noch ist etwas von der Aura der einst blühenden Stadt am Golf von Neapel spürbar.

Das Buch von Alberto Angela ist eine wunderbare, ergänzende Lektüre zu einem Besuch, nimmt es den Leser doch mit in die quirlige Stadt mit ihren verwinkelten Gassen, zahlreichen Geschäften und lässt das Alltagsleben vor 2000 Jahren wieder aufleben.

Alberto Angela ist Paläontologe, Wissenschaftsjournalist, Sachbuchautor und Fernsehmoderator naturwissenschaftlicher Sendungen in Italien. Gemeinsam mit seinem Vater Piero, einem bekannten Archäologen, Journalisten und Autor, hat er mehrere Bücher zu antiken Themen veröffentlicht.


Livia – Macht und Intrige am Hof des Augustus 

Hinter jedem starken Mann steckt eine starke Frau, das war in der Antike wohl nicht anders. Nur ist über starke Frauen wenig überliefert – und wenn, dann aus Männersicht.

Livia Drusilla (58 v.Chr. – 29.n.Chr.) war die Gattin von Kaiser Augustus und mit diesem 52 Jahre verheiratet. Sie war die Mutter des Tiberius, die Großmutter des Claudius, die Urgroßmutter Caligulas und die Ururgroßmutter Neros.

In der Überlieferung wird die «erste First Lady» Roms überaus widersprüchlich dargestellt. Die Darstellungen reichen von der einer rücksichtlosen, machthungrigen und politisch geschickt agierenden Frau bis hin zu der einer fürsorglichen Mutter.

Christiane Kunst ist Althistorikerin und kennt die römische Familiengeschichte bestens. Sie zeichnet in ihrem Buch ein differenziertes Bild dieser aussergewöhnlichen Frau.



Die ETH von Zürich - einer der imposanten Bauten von Gottfried Semper in der Schweiz 

Schmollender Stararchitekt: Gottfried Semper
Die Zürcher Jahre des deutschen Architekten in neuer Monografie

Die Semper-Oper in Dresden ist sicherlich eine seiner berühmtesten Bauten. Doch auch in der Schweiz hat Gottfried Semper seine Spuren hinterlassen: Stolz und gut sichtbar erhebt sich auf einer Terrasse oberhalb der Zürcher Altstadt die Eidg. Technische Hochschule Zürich (ETH). Errichtet wurde das ehem. Polytechnikum, das auch die Universität beherbergt, von ihm in der Zeit von 1858-1864. 

Semper lebte von 1855 bis 1871 in Zürich, wo er sich viele Aufträge und eine gut bezahlte Lebensstelle sowie Macht und Einfluss erhoffte. Er erhielt einen Lehrstuhl für Baukunst, sein Wunsch, «Baumeister der Schweiz» zu werden, erfüllte sich jedoch nicht. So zog der berühmte Vertreter des Historismus, insbesondere der Neorenaissance, weiter nach Wien, wo er weitere imposante Bauten schuf.

Ute Kröger, Gottfried Semper. Seine Zürcher Jahre 1855-1871. Limmat Verlag Zürich (2015)
Weitere Infos zum Buch


Ernst Künzl, MEDICA. Die Ärztin

Grabstätten von Ärztinnen und Ärzten sind ein besonderes Phänomen, nicht etwa, weil die Instrumente und Operationsbestecke einem immer wieder ein Schaudern über den Rücken schicken, sondern weil wir aufgrund fehlender Überlieferung nicht wissen, warum sie ihre Instrumente mit ins Grab nahmen.
 
Die ausgebildeten Ärzte kamen mit den Truppen des römischen Heeres in den Norden. In Köln wurden bis jetzt  die meisten, nämlich 16 römische Arztgräber gefunden.

Bereits in der Antike gab es aber auch Frauen, die den Arztberuf ausübten. Sie waren tätig als Chirurginnen, Zahnärztinnen und Allgemeinmedizinerinnen, aber auch als Hebammen, Medizinschriftstellerinnen und Pharmazeutinnen.

Der bekannte Archäologe Dr. Ernst Künzl hat ein fundiertes Buch über die in der Antike praktizierende Ärztinnen und den Arztberuf verfasst: Er beleuchtet die Anfänge der ersten Ärztinnen in Griechenland, nimmt uns mit nach Rom und in die verschiedenen Provinzen. Er lässt uns ausserdem einen Blick in die römischen Praxen und Operationssäle werfen und bringt uns das römische Gesundheitssystem nahe. Abbildungen und Literaturverweise ergänzen die Publikation.
 
Ein spannendes Buch nicht nur für Fachleute und archäologisch interessierte Frauen.
 
Erschienen im Nünnerich-Asmus Verlag & Media (2013)


  

Ein spannendes Buch zu unserer Frühzeit:

Herrmann Parzinger, Die Kinder des Prometheus – Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift
 
Hermann Parzinger ist ein international renommierter Prähistoriker und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Er hat zahlreiche Ausgrabungen mit teilweise sensationellen Forschungsergebnissen durchgeführt. Er hat u.a. das Grab eines skythischen Kriegers mit intakter Eismumie und Goldschatz in Sibirien freigelegt.  

In seinem Werk „Die Kinder des Prometheus“ befasst er sich nun mit der Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift. Seine Zeugnisse reichen also viele zehntausend Jahre zurück. Er verfolgt die Spuren der Menschen vom Australopithecus bis hin zum Homo sapiens und begleitet sie durch die Kontinente. Er widmet sich ihrer Kunst (z.B. Höhlen von Lascaux und Felsbilder der Aborigines), dem Beginn von Eigentum und Herrschaft wie auch dem Totenkult und ihren Jenseitsvorstellungen. Er stützt sich dabei auf die neuesten naturwissenschaftlichen Methoden wie z.B. DNS-Analyse, Radiokarbon- und Isotopen-Untersuchungen.
Das Buch ist spannend und gut verständlich geschrieben.

ISBN 978-3-406-66657-5

Herrmann Parzinger bietet bei der Zeitakademie einen Video-Kurs an zum Thema: Archäologie - Eine Reise durch die Menschheitsgeschichte.  Weitere Infos


Was man im Keller doch alles finden kann, wenn man Glück hat!

Josef Gens, Grabungsfieber - Die abenteuerliche Entdeckung des Poblicius-Grabmals
 
Lucius Poblicius: Er war und ist einer der Stars von Köln: Stolz tritt er dem Besucher im Römisch-Germanischen Museum gegenüber. Das imposante 14,7 m hohe Grabmal liess der italische Legionärsveteran um 40 n.Chr. für sich und seine Familie an einer der Ausfallstrassen der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) errichten, um auf diese Weise der Nachwelt in Erinnerung zu bleiben. Sein Grabmal ist eines der bedeutendsten römischen Denkmäler nördlich der Alpen und wird gerne von den Archäologen zur Rekonstruktion ähnlicher Grabbauten herangezogen.

1965 entdeckten die Jugendlichen Josef und Heinz Gens im Keller des Elternhauses Quader mit Reliefschmuck und Teile von Figuren. Sie meldeten den Fund, doch hatten die zuständigen Stellen offenbar nur wenig Zeit für die Fundstelle. So gruben sie zusammen mit Freunden bis 1967 unter abendteuerlichen Umständen insgesamt 70, teilweise tonnenschwere Quader aus. Ihr „Privatmuseum“ wurde gerne aufgesucht. Schlussendlich fand der Sensationsfund als Rekonstruktion seinen heutigen Platz.
 
Der Fund seines Lebens liess Josef Gens nicht mehr los. Nun hat er ein spannendes Buch zur Ausgrabungsgeschichte geschrieben, das sich wie ein guter Krimi liest.
 
ISBN: 978-3-462-03839-2


Brigitte Cech, Lukullische Genüsse

 

Eine Abenteuerreise der anderen Art: römisch kochen

Brigitte Cech, Lukullische Genüsse. Die Küche der alten Römer (2013)

Keine Kartoffeln, Tomaten, Pizza ... Was assen sie denn, die Römer?
 
Brigitte Cech gibt in ihrem Buch (erschienen 2013) einen Einblick in die verschiedenen Aspekte der römischen Kochkultur. Anfangs bescheiden und bodenständig, wurde die römische Küche durch die Kontakte mit der griechischen Kultur und die Ausdehnung des Reiches immer reichhaltiger und raffinierter.

Die Archäologin und Kursleiterin zum römischen Kochen stellt 45 Rezepte (mit Übersetzung des Originaltextes) zum Nachkochen vor und ergänzt diese mit Bildern und detaillierten Angaben zu den Zutaten sowie Erklärungen. Bene  tibi sit!
 
Unterhaltsam, informativ und übersichtlich - die Fotos und teilweise ungewohnten Zutatenkombinationen regen zum Nachkochen an. Warum nicht einmal die Gäste auf diese Art verwöhnen.



 

Rhythmen der Natur und Feste


Jörg Rüpke, Zeit und Fest (2006)
 
Anfangs ermöglichte der Mondkalender unseren Vorfahren ihr durch den Ackerbau bestimmtes Jahr angemessen zu organisieren. Später trat die Stelle des Mondjahrs das Sonnenjahr. Nicht zuletzt die Religion verlangte nach zuverlässig bestimmbaren Daten, um den kultischen Verpflichtungen nachzukommen und die Götter nicht zu verstimmen. Herrschaft über die Zeit bedeutete immer auch Herrschaft über die Menschen ...
 
Spannende Lektüre vor allem zum Jahresanfang.
 

U. Heimberg, Villa rustica

Wie das Leben auf einem römisch Landgut ausgesehen haben könnte

Ursula Heimberg, Villa Rustica. Leben und Arbeiten auf römischen Landgütern (2011)

Der Wohlstand der römischen Oberschicht beruhte vor allem auf deren ausgedehnten landwirtschaftlichen Gütern. Gerade in den Provinzen gab es aber auch Bauernhöfe, die von freien Grundbesitzern bewohnt und bewirtschaftet wurden.
Dank moderner archäologischer Methoden lässt sich feststellen, welche Nahrungsmittel angebaut und welche Tiere gehalten wurden. Werkzeuge und Geräte widerspiegeln die Entwicklung der Agrartechniken und Effizienz der römischen Landwirtschaft.
Im Mittelpunkt des Buches stehen Ausgrabungen und Funde in den römischen Rheinprovinzen sowie im benachbarten Gallien. Ursula Heimberg zeigt anhand zahlreicher Funde und Ausgrabungen, wie differenziert und effizient die Arbeit in den villae rusticae war.
 
Ein spannendes Buch zu den römischen Gutshöfen - auch wenn der Gutshof von Munzach nicht erwähnt wird.
 

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